Wagenburg Kanal, Kiefholzstraße, Berlin Neukölln

Ich habe natürlich vollstes Verständnis für die circa 20 Bewohner der Wagenburg „Kanal“ an der Kiefholzstraße in Berlin Neukölln. 8000 qm sind nun mal wirklich nicht viel für 20 „queere“ Menschen. Da könnte man ja fast Platzangst bekommen. Und wenn man dann noch bedenkt, dass das alles nichts kostet, die „queeren“ Menschen dort nur geduldet sind, dann, ja dann weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll.

Franziska Giffey (SPD), Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, hat auch kein Verständnis. Sie meint, 3000 qm sollten für 20 „queere“ Menschen samt deren Bauwagen eigentlich auch reichen. Auf den restlichen 5000 qm sollen sogenannte MUFs (Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge) entstehen. Tz …

Der „Radikal Queerer Wagenplatz KANAL“ ist übrigens ein linkes Projekt, wird selbstverständlich von den Grünen unterstützt und wird sogar in der feministisch unterwanderten Wikipedia erwähnt.

Wie die Bewohner der Wagenburg „KANAL“ sich selber sehen:

Radikal Queerer Wagenplatz KANAL ist nicht nur unser Zuhause, sondern auch ein politischer Raum der akut von der Räumung bedroht ist. KANAL ist ein queerer Space mit mehrheitlich Geflüchteten, Migrant_innen, Schwarze Menschen, Rrom_nja und Menschen of Color, die versuchen zusammen ein selbst bestimmtes Leben zu führen, basierend auf dem kompromisslosen Kampf gegen jegliche Form von Gewalt und Machtausübung, so wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Inter* Trans* und Homo Diskriminierungen.

Sind es nicht gerade die Linken / Grünen, die sich nur allzu gerne am Eigentum anderer Leute vergreifen würden, wenn es um die Unterbringung von Flüchtlingen geht? Das sind doch die, oder? Und sind es nicht auch die Linken / Grünen / Alternativen, die trunken vor Freude auf den deutschen Bahnhöfen herumtanzen und Refugees Welcome singen? Das sind doch die, oder?

Ich hätte eigentlich erwartet, dass das Wagenburg-Völkchen in einen kollektiven Freudentaumel verfällt und „Refugess Welcome“-Transparente aufspannt, nachdem die erfahren haben, dass dort Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden sollen. Aber war wohl nix. Stattdessen blubbert hier ein allzu menschlicher Charakterzug an die Oberfläche, der sich Besitzstandswahrung nennt.

Und wie es der Teufel will, wurde jüngst von berufener Seite festgestellt, das viel zu viele Berliner in viel zu großen Wohnungen leben. Ist das nicht nett? Soviel Realsatire auf einem Haufen. Als hätte der Wind die letzten Blätter vom letzten Herbst in einer Garagenhof-Ecke zusammen geweht.

Don Alphonso beleuchtet das Berliner Raumproblem von einer ganz eigenen Seite.

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