Das abrupte Ende der ARD

Immer wieder fällt es mir auf, wie sehr doch die ARD das Ende beschneidet. So wie Freitagabend beim kleinen Lord auch wieder. Der Abspann war noch nicht zu Ende, plötzlich ein harter Schnitt. Abrupt, unsensibel, rücksichtslos und gnadenlos. Ich finde das nicht richtig. Es braucht einen kompletten Abspann um aus dem Film wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden und festzustellen, dass man immer noch im Sofa hängt und nicht im feudalen England . Es braucht einfach Zeit, Wallander’s Gemordete in den schwedischen Wäldern zu verdauen. Es braucht Zeit, über die Gender-Schmonzetten nachzudenken, die neuerdings am Freitagabend laufen. Man braucht diese Zeit um festzustellen, dass man sich die nächste Produktion dieser Art nicht mehr anschauen wird und stattdessen lieber was im Blog schreibt.

Vielleicht meinen die für den Abspann-Cut-Verantwortlichen der ARD, dieser brutale Cut wäre modern? Schließlich leben wir in einer schnelllebigen Zeit, wer braucht da schon einen Abspann? Vielleicht ist es eine gewisse Wurstigkeit, ein Desinteresse am Zuschauer? Oder die Verantwortlichen beim Sender glauben, der Zuschauer wäre eh längst eingeschlafen, was braucht es da einen Abspann? Diese Denke wäre natürlich nicht ganz falsch, denn das Filmangebot der ÖR besteht sowieso nur noch aus Wiederholungen, da kann man auf den Abspann eigentlich auch ganz verzichten. Und auf den Film gleich dazu.
Vielleicht trauen die beim Sender auch ihren eigenen Einschaltquoten nicht und glauben, dass eh keiner zuschaut und dass es deshalb egal ist, ob der Abspann beschnitten wird.

Früher war es üblich, die Wiederholung einer Eigenproduktion zu kennzeichnen: Wiederholung vom 9.9.1990. Heute muss man davon ausgehen, dass jeder Tatort bereits 7, 8, 9 oder 10 Mal gesendet wurde. Eine Kennzeichnung würde den Zuschauer nur verwirren. Früher wurde der nächste Sendebeitrag von einer meist netten Dame, deren erotische Ausstrahlung oft nicht zu verachten war, angesagt. Zum Beispiel so: Das war die Sendung „Das schwarze Loch“. Und jetzt sehen sie „Mainz wie es singt und lacht“. Hätte die nette Ansagerin anschließend nicht auch noch hemmungslos gekichert, wäre ihr Beschäftigungsverhältnis vom Sender wahrscheinlich nicht abrupt beendet worden.

Ich würde mir wünschen, dass zwischen den Sendebeiträgen ein Nummerngirl mit einem wahnsinns Arsch über den Bildschirm flimmert und mir erzählt, was Sache ist, wie es weitergeht, was läuft und was nicht. So wie Ingrid Steeger vormals bei Klimbim. Das war doch die Ingrid, oder? Und wenn das nicht geht, weil dann gleich die Frauenratsbeauftragte Mattfeldt-Kloth „Sexistisch“ schreit, dann sollte man den Zuschauer abstimmen lassen, ob er einen Abspann will oder nicht. Das sollte doch kein Problem sein, oder? Ich fände das echt innovativ und wüsste endlich, dass mein Geld mein Sender gut aufgehoben ist. In einer Zeit wie dieser, in der alles möglich ist, muss auch ein Abspann in voller Länge möglich sein. Service ist alles. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen beim Sender das endlich begreifen. Finde ich.

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