Boing, Doing – Doing Gender

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Gender-Dämmerung

Erst neulich hatte ich das mehr als unzweifelhafte Vergnügen, einen Artikel von Harald Martenstein in der „Zeit“ lesen zu dürfen. Der Artikel trug den vielversprechenden Titel „Über die erstaunlichen Tischsitten der Schwaben“. Ein schöner und nahrhafter Artikel. Ich habe ihn zweimal gelesen. Und heute nochmal. Nachdem ich den anderen, den neuen Artikel von H. Martenstein gelesen hatte.

Der neue Artikel ist auch ein schöner Artikel. Ich werde ihn dreimal lesen. Auch der neue Artikel erschien in der „Zeit“ unter der Überschrift „Über das soziale Geschlecht und neue Herausforderungen für Männer“ (zum Artikel).

Es geht um einen Herrn Schulz, der in den Aufsichtsrat befördert werden soll, nachdem er sein ganzes Leben hart gearbeitet hat. Aber leider grätscht dem Schulz die neue Quote in die Beine: Eine Frau soll seinen verdienten Job kriegen. Doch Direktor Tück weiß Rat und aus Herrn Schulz wird kurzerhand Frau Schulz. Im Zeitalter von Gender kein Problem, denn nicht das biologische Geschlecht zählt sondern das Soziale (Geschlecht). Man nennt das dann „Doing Gender“. Glaube ich.

So weit so gut. Aber so einfach wie sich Direktor Tück das in der Geschichte von Harald Martenstein vorstellt, wird es nicht funktionieren. Denn der Schulz wird auf jeden Fall ein paar Semester in Gender Studies absolvieren müssen. An der Uni Oldenburg zum Beispiel (zur Uni). Schließlich geht es bei der Quote nicht nur um die Quote, sondern um Macht. Und da reicht es eben nicht, ob ein Aufsichtsrats-Sitzender das richtige soziale Geschlecht hat, nein, es geht auch um die richtige (soziale?) Gesinnung.

Angeblich gibt es in Deutschland inzwischen mindestens 225 Studiengänge für Gender Studies. Ein boomender „Wissenschafts“zweig. Aber da ist noch Luft nach oben: 428 Hochschulen zählte man 2013 in Deutschland; da geht noch was.

Hadmut Danisch hat sich erheblich mit Sinn oder Unsinn der Gender Studies beschäftigt. Was dabei herausgekommen ist, ist zumindest interessant (zum Blog danisch.de).

Schon im September 2007 setzte sich das „Handelsblatt“ kritisch mit den Gender Studies auseinander. Damals war die Anzahl mit 29 Studiengängen noch relativ überschaubar (zum Artikel).

Vom März 2014, und damit relativ neu, ist ein Artikel im „Cicero“ mit der Überschrift „Gender Studies – Hokuspokus, aber keine Wissenschaft“ (zum Artikel).

Und jetzt übe ich noch ein wenig den Satz „I han mei Schbätzlesbschdeck z’schbäd bschdelld“. Als Muttersprachler – oder neudeutsch native Speaker – wird mir das nicht schwerfallen.

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