Unendlich Energie

Im Jahre 2018 läuft die Subventionierung des deutschen Steinkohlebergbaus aus. Die letzten 3 Steinkohlezechen werden dann schließen. Die Zechen „Auguste Victoria“ (Marl) und „Ibbenbüren“ (Ibbenbüren) schließen bereits zum 31. Dezember 2015. Die letzte Zeche, die „Prosper-Haniel“ (Bottrop) schließt zum 31. Dezember 2018. Ungefähr 10.000 Menschen werden ihren Arbeitsplatz verlieren.

Zechen_Hammer

Einer zahlt die Zeche (Foto by Gunslinger’s Wilder Süden)

Strom wird in Deutschland im wesentlichen in Braunkohlekraftwerken, Steinkohlekraftwerken, Atomkraftwerken und Gasturbinen  erzeugt. Dazu kommt noch der Strom aus Windkraftanlagen, Biomasse und Photo-Voltaik.

Der deutsche Strom-Mix setzt sich damit im Durchschnitt wie folgt zusammen (Stand 2013):

  • 26% Strom aus Braunkohle
  • 19% Strom aus Steinkohle
  • 16% Strom aus Kernenergie
  • 11% Strom aus Erdgas
  • 22% Strom aus Erneuerbarer Energie (davon 7,4% Windstrom und 4,5% Photo-Voltaik)
  • Sonstige.

Habe ich schon erwähnt, dass ab 2018 in Deutschland (voraussichtlich) keine Steinkohle mehr gefördert wird? Wo also kommt die Steinkohle für die Steinkohlekraftwerke her? Ja, wo wird die schon herkommen … aus dem Ausland natürlich.

Bereits heute werden über 75% der sogenannten Kraftwerkskohle importiert. Und zwar im wesentlichen aus folgenden Ländern (Stand 2012):

  • 23% aus Kolumbien
  • 22% aus Russland
  • 13% aus den USA
  • 5% aus Südafrika
  • 4% aus Australien
  • sonstige Länder.

Ab 2019 wird Deutschland 100% Kraftwerks-Steinkohle importieren. Dazu kommt dann noch die sogenannte Koks-Kohle (veredelte Steinkohle), die z.B. für die Stahlherstellung benötigt wird. Stahl wird übrigens in großen Mengen für die Produktion von Windkraftanlagen benötigt.

In Deutschland gibt es zur Zeit etwa 24.000 Windkraftanlagen an den Küsten und im Binnenland (ohne Off-Shore Anlagen) mit einer installierten Gesamtleistung von circa 30.000 Megawatt (!). Wollte man die 19% Steinkohlestrom durch Windstrom ersetzen, müßte man grob geschätzt 50.000 zusätzliche Windkraftanlagen bauen.

Habe ich richtig gerechnet? Nicht ganz. Vielleicht wären es nur 40.000 WKA’s. Denn man würde selbstverständlich Windkraftanlagen der neuesten Generation bauen. Also diese riesigen Dinger mit einer Nabenhöhe von bis zu 150 Metern und einem Rotordurchmesser von bis zu 130 Metern.

In modernen Kläranlagen wird der anfallende Klärschlamm in riesigen „Treibhäusern“ zum Trocknen ausgebracht. Um den Trocknungsprozess zu beschleunigen wird der Klärschlamm von einem Robotergefährt, dem sogenannten „elektrischen Schwein“, gewendet und gewendet und gewendet und … Durch dieses Verfahren wird der Wassergehalt des Klärschlammes um 90% reduziert.

Der Brennwert (oder Heizwert) des getrockneten Klärschlammes entspricht in etwa dem von getrockneter Braunkohle und wird deshalb schon jetzt in Kohlekraftwerken als Sekundärbrennstoff verfeuert.

Eine (vielleicht) nicht ganz ernstzunehmende Anmerkung zum Schluss:

Die Lösung für das Energieproblem dieser Welt liegt also in uns selbst. Deshalb fordere ich von der Bundesregierung, dass mein Stuhlgang in Zukunft subventioniert wird. So wie Sonne, Wind und … Biogas (auch darüber könnte man mal nachdenken). Denn ich produziere tagtäglich erneuerbare Energie.

AEE_Strommix_Deutschland_2013_jan14_72dpi

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