Herr Dings kauft ein

Wurst Fleish (3768786026)
Foto: Peretz Partensky from San Francisco, USA [CC-BY-SA-2.0]

Nach so viel Nonsens und unbeantworteten Fragen in den verhergehenden Blog-Posts, endlich mal was „herzhaftes“.

Es ist Freitag, 17 Uhr 35, und es ist kuhnacht (=stockdunkel). Die kleine, mittlalterliche, romantische, mittelfränkische Provinz-Metropole ist nur spärlich beleuchtet.

Herr Dings hat sein Auto geparkt. Ein absolutes Halteverbotsschild weist darauf hin, dass dieser Platz ab Sonntag, 11 Uhr 45, gesperrt ist. Deshalb parken schon jetzt nur wenige Autos dort. Glück für Herrn Dings.

Herr Dings folgt einem inneren Zwang, ja einem geradezu animalischen Trieb. Er kann sich nicht dagegen wehren. Und er weiß, er wird es auch diesen Freitag wieder tun: Herr Dings ist auf dem Weg zum – Metzger.

Herr Dings betritt die Metzgerei.

“Grüß Gott.”
Grüß Gott Herr Dings.” “Grüß Gott Herr Dings.”

Fast im Gleichklang wird Herr Dings von der Chefin und einer Metzgerei-Fachfrau begrüßt. Zwei Kundinnen und ein Kunde sind noch vor ihm dran. Bei dem Kunden handelt es sich um einen Ausländer, wie Herr Dings unschwer am mittelhochdeutschen, rheinischen Dialekt feststellen kann.

Manchmal hat Herr Dings Glück und eine Dame mit ausdrucksstarkem Hinterteil steht vor ihm. Diesmal nicht. Endlich schenkt ihm die Metzgerei-Fachfrau ein strahlendes Lächeln. Herr Dings lächelt ebenso strahlend zurück. Entblößt dabei seine gelben, kariösen, ausgewaschenen Zähne.

“Was därfs sein, Herr Dings”, fragt die Metzgerei-Fachfrau im breitesten hinterkaff Dialekt. Ihre Stimme ist hoch und schrill. Nervig, denkt Herr Dings.
“Fünf Schweineschnitzel bitte.”

Schaun’s Herr Dings, des erste is a bisserl klein ausgefallen, aber die anderen sind schön groß.” “Basst scho”, meint Herr Dings.

“Därfs noch was sein, Herr Dings?”

Mein Gott, denkt Herr Dings, ich weiß doch wie ich heiße: “150g von der gekochten, gerauchten Mettwurst  im Gelee-Mantel. Geschnitten.”

“Därfs noch was sein, Herr Dings?”

Und, Herr Dings, “därfs” noch was sein, denkt Herr Dings in sich hinein: “100g vom Bierschinken und 100g von der Bierwurst. Geschnitten.”

“Därfs noch was …?”

Herr Dings beschließt, der Fachfrau ins Wort zu fallen: “100g vom Lachssschinken. Geschnitten.”

“Därfs noch …”

Herr Dings hat die Fachfrau genau beobachtet, und kommt ihr zuvor: “Noch 100g von der Herz-Salami im Käsemantel. Geschnitten.”

“Därfs …”
“Des wars dann.”

Danke Herr Dings. Des macht dann 14,75 Euro.”

“Schönes Wochende Herr Dings.”
“Auf Wiedersehen. Ade.”

“Ade Herr Dings.” “Schönes Wochenende, Herr Dings.”
“Danke, gleichfalls.”

“Wiedersehen Herr Dings.”

Puuuhhhh …. endlich weiß ich wieder wie ich heiße. Hatte ich doch fast vergessen.

  1. Du bist für Kundschaft nach dir ein Segen.
    Wenn ich in der Thekenschlange stehe und die Kundschaft vor mir weis auf die Frage nach dem nächsten Artikel noch nichts zu ordern, sondern muss erst die Theke eine gefühlte lange Zeit abgucken, dann könnte ich schon mal explodieren.
    Ich muss mir dann immer einreden: „Junge, gib Ruhe, lass dir Zeit. Du hast jetzt Pause oder Feierabend oder sogar schon Wochenende.“

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