Am grünen Fluss

Hessenau / Jagst

Hessenau / Jagst (im Mai des Jahres 2013)

Was für ein Bild. Was für eine Idylle. Oder einfach nur langweilig? Nicht für mich. Als geborener Provinzler fühle ich mich von Großstädten magisch abgestoßen und von langweiliger, idyllischer Landschaft magisch angezogen. Ein Wortspiel nur. Große Städte haben natürlich auch ihren Reiz – glaube ich.

Zum Shoppen nach New York oder nach Dubai? Gerne. Wer’s braucht. Ich brauche es nicht. Ich wüßte auch gar nicht, was ich dort shoppen sollte. Meine ehemalige Verlobte wäre bestimmt anderer Meinung, aber das ist mein Blog und deshalb zählt hier nur meine Meinung. Wenn ich das mal so sagen darf.

Ich fahre lieber nach Hessenau. Wenn ich Zeit habe. Manchmal nehme ich sie mir einfach – Zeit. Manchmal nehme ich mir Freizeit und fahre nach Hessenau. Meistens passiert es Samstagnachmittag. Da überkommt es mich und ich büchse mal kurz aus: Bin mal kurz weg, fahre mal eben an die Jagst.

Für mich ist die Jagst sowieso ein besonderer Fluss. An der Jagst wurde ich geboren. Nein, nein, nicht in Hessenau. Mehr flussaufwärts, mehr Richtung Quelle. In einer Kleinstadt. Sehr katholisch und mit vielen Kirchen und einem Schloß.

Aber zurück zum Thema, zurück nach Hessenau. Es gibt in Hessenau eine ehemalige Mühle, eine Brücke über die Jagst, ein liebevoll gestaltetes Buswartehäuschen mit Getränke-Automat und Zeitschriften, und zwei händevoll Häuser. Rechts vom Bushäuschen hat ein Witzbold ein Pferdegerippe aufgestellt. Ich würde ihn gerne mal kennenlernen, den Witzbold. Wir würden uns gut verstehen.

So unbedeutend das Dörfchen Hessenau für den Rest der Welt auch sein mag, so hat es doch eine wichtige, eine geradezu strategische Bedeutung. Denn ab Hessenau ist die Jagst befahrbar. Mit dem Auto. Die Strasse schlängelt sich ab nun am Fluss entlang. Mal näher, mal entfernter. Aber immer in Sichtweite. So dass Entzugserscheinungen erst gar nicht auftreten. Wer also will, der kann. Der kann ab Hessenau die Jagst begleiten. Bis sie in der Nähe von Bad Wimpfen in den schwäbischsten aller Flüsse, den Neckar, mündet.

Soll ich jetzt ein paar Jagst-Städtchen aufzählen? Ja, warum nicht. Einem geborenen Provinzler sollte das nicht schwerfallen. Also … in der Reihenfolge ihres Auftretens: Hessenau, Elpershofen, Bächlingen (unterhalb von Langenburg), Mulfingen, Dörzbach, Krautheim, Jagsthausen (Götz von Berlichingen: Und sag er ihm …), Widdern, Möckmühl, Neudenau.

Gut, dass ich diesen Artikel (wirklich?) geschrieben habe. Jetzt ist es mir wohler. Ich wollte dass schon immer mal schreiben. Habe mich aber nicht getraut. Weil … wer schreibt schon einen Artikel über Hessenau an der Jagst wo ein Pferdegerippe neben einem Buswartehäuschen steht? Wer? Eben deshalb!

5 Kommentare

  1. Hier ist sie wirklich, die von dir bei mir erwähnte Idylle.

  2. Und genau das macht Orte aus, das Eigene, Spezielle auch Skurrile. Ich finde es toll, dass du ihn beschrieben hast.

  3. Es ist schade, dass die Berufe es nicht hergeben in der Idylle zu leben. Wer hier wohnen darf, nicht muss, lebt glücklich.

    1. Volle Zustimmung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: