Wo die Kohle herkommt.

Oder warum der Kopfsalat aus Spanien kommt und nicht aus dem Knoblauchsland.

Im Hobelstall Niederheide167

By Klaus Leyhe [CC-BY-SA-3.0] (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) via Wikimedia Commons

Die Kohle kommt aus dem Ruhrgebiet. So war das schon immer … aber so wird es nie mehr sein. Und überhaupt, wer braucht schon noch Kohle in Deutschland? Früher, also viel früher, da hatte jeder Deutsche und wer was auf hielt, seine Kohlen im Keller: Eierkohlen und Briketts. Die brachte der schwarze Mann in schweren Säcken. Die Säcke lagen auf dem Kohlen-Lkw, dann auf dem Rücken des schwarzen Mannes und zum Schluss im Keller. Oder auf der Strasse. Wenn wieder mal ein Sack geplatzt war.

Soweit so, so gut.

Gestern nun, 31.05.2013, lief auf 3SAT die Sendung „Mit dem Zug zum Great Barrier Reef„. Da ging es also um Australien. Australien … schon viel gehört. Wer was auf sich hält und es sich leisten kann, der macht da schon mal 6 Wochen Urlaub. Muss einfach sein. Schließlich will man ja mitreden, wenn sich „auf Arbeit“ die Kollegen über Australien und das Outback unterhalten. Und über diese endlose Weite. Und über Reservekanister und Roadhouses mit Steaks so groß und dick wie … die kannst du gar nicht essen.

Auf jeden Fall war dann plötzlich ein Kohlebagger auf dem Bildschirm zu sehen. Kurz bevor der Zug zum Great Barrier Reef abbog. Riesig. Ich stutze dann und beklagte (wieder mal) meine mangelnde Bildung. Wahrscheinlich weiß jeder außer mir, dass Kohle der Exportschlager Australiens schlechthin ist. Vielleicht von Känguru-Fleisch mal abgesehen. Da wird also Steinkohle, in Worten, Steinkohle, im Tagebau abgebaut. Erstaunlich.

Komischerweise, und das ist jetzt wirklich komisch, denke ich bei Steinkohle sofort an die deutsche Stromerzeugung. Weil es ist ja so, dass circa 20% des deutschen Stromes aus Steinkohle erzeugt wird. Immer noch. Und voraussichtlich auch nöcher. Andererseits ist es aber so, dass die deutschen Steinkohle-Bergwerke so gut wie nicht mehr existieren. Momentan wird noch in 4 Bergwerken Steinkohle abgebaut. Spätestens 2018 wird jedoch die letzte Zeche schließen. Denn dann läuft die Steinkohle-Förderung aus.  Und dann ist endgültig Schicht im Schacht.

Ja und nun? Was ist jetzt mit den Kraftwerken, die mit Steinkohle befeuert werden. Machen die auch dicht? Mitnichten! Schon heute importiert Deutschland 75% der benötigten Steinkohle aus dem fernen Ausland, z.B. aus Australien. Und ab 2018 werden es dann 100% sein. Steinkohle aus dem Ausland ist nun mal einfach billiger. Muss man einfach glauben. Auch wenn die Transportwege lang sind … trotzdem billiger.

Und jetzt Butter bei die Fische. Und das ganze als Tabelle.

Hauptlieferländer von Steinkohle für deutsche Kraftwerke (in Prozent)

2005 2007 2009 2011
Kolumbien 8,4 14,0 17,8 25,3
Russland 20,7 21,2 26,1 23,5
USA k.A. 7,1 12,1 18,7
Australien 11,4 13,3 9,9 10,0
Südafrika 22,8 18,2 14,6 6,5

Quelle: Statistisches Bundesamt und hier.

Ach ist das alles taurig.

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