Das elektrische Schwein

Das elektrische Schwein

Das elektrische Schwein (Bild: Thermo-System Industrie- & Trocknungstechnik GmbH)

Ich weiß nicht, warum ich eine etwas besondere Beziehung zu Kläranlagen habe. Aber es ist so. Vielleicht liegt es daran, dass ein ehemaliger Nachbar, “Chef” der lokalen Kläranlage war. Das ist lange her. Damals war ich 10 oder 11 Jahre. Mein ehemaliger Nachbar erlangte damals sogar eine gewisse Berühmtheit: Er verschönerte “seine” Kläranlage mit Geranien und kam dafür in die Zeitung. Ich weiß nicht, was man damals als Kläranlagen-Chef für Aufgaben hatte, aber irgendwie war es wohl schon eine “anrüchige” Tätigkeit.

Nun, diese alte Kläranlage ist inzwischen außer Betrieb. Es wurde eine neue Kläranlage gebaut. Und diese Kläranlage wurde 2005 /2006 auf den neuesten Stand der Technik gebracht. So wurden, unter anderem, riesige “Gewächshäuser” gebaut, in denen der Klärschlamm getrocknet wird. Klärschlamm ist das was übrigbleibt. Irgendwas bleibt immer übrig. In diesem Falle also Klärschlamm. Dieser Klärschlamm wird zuerst im Faulturm der Kläranlage “stabilisiert”. Das dabei entstehende Methan-Gas wird für den Betrieb eines Blockheizkraftwerkes innerhalb der jeweiligen Kläranlage verwendet. Der Strombedarf der Kläranlage wird damit zu 50% durch das BHKW gedeckt. Eine feine Sache. Und mit der Wärme es BHKW’s wird der Klärschlamm getrocknet. Falls die solare Trocknung nicht ausreicht.

Nach der Stabilisierungs-Phase im Faulturm, wird der Klärschlamm per Radlader in die “Gewächshäuser” gebracht. So, und jetzt kommt das elektrische Schwein ins Spiel. Das elektrische Schwein ist ein Roboter aus Edelstahl, der bis zu 20-mal am Tag den Klärschlamm “durchwühlt”, bzw. wendet. Dadurch wird Gestank vermieden und der Klärschlamm kann in Ruhe trocknen. Denn das ist letztendlich das Ziel: Den Klärschlamm zu trocknen.

Nach der Trocknungsphase, die durch das Treibhausklima (Sonneneinstrahlung) in den Gewächshäusern, und durch die unermüdliche Arbeit des elektrischen Schweins unterstützt wird, hat der Klärschlamm nur noch eine Restfeuchte von 30%. Der so getrocknete Klärschlamm kann nun per LKW abtransportiert werden. Und, und das wusste ich auch nicht, der getrocknete Klärschlamm wird in Kohlekraftwerken verfeuert.

Durch die Trocknung von Klärschlamm reduziert sich das Volumen erheblich. Und damit reduzieren sich auch die notwendigen LKW-Fahrten, die für die Verfrachtung des getrockneten Klärschlamms in das Kohlekraftwerk unserer Wahl notwendig sind, erheblich.

Alles in allem eine feine Sache. Und, ganz wichtig, bei Klärschlamm handelt es sich eindeutig um einen nachwachsenden „Rohstoff“.

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