Bemerkenswert

Merle Haggard – Okie from Muskogee

Gibt es Feministen in Muskogee?

Empfehlung: Am besten vor dem Lesen des nachfolgenden Textes das Video starten. So ist garantiert, dass gleich die richtige Stimmung aufkommt.

Rivva -Einerseits finde ich es ganz spannend zu sehen was gerade im Netz “heiß” diskutiert wird. Andererseits komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass es mich in weiten Teilen gar nicht interessiert, was dort diskutiert wird. Das ist natürlich schade – für mich. Wenn allerdings viele so denken würden wie ich, wäre es auch schade für andere. Aber das wird nicht passieren. Im Gegenteil.

Es lies sich nicht vermeiden, dass ich bei meinem heutigen Walk durch die Rivva-Allee auch auf den Artikel “Deutschland braucht keine Super-Feministin” (zum Artikel) auf “ZEIT ONLINE” stieß, bzw. gestoßen bin. Ich las dann den Artikel. Beide Seiten. Bis zum bitteren Ende. Ja … kann man ja machen. Continue reading “Merle Haggard – Okie from Muskogee”

Der Hintergrund von XL

Ich kaufe jetzt immer XL.
T-Shirts, Pullis … alles nur noch XL.
Nicht weil ich zugenommen habe, nein.
Nein ich habe nicht zugenommen.
Und wenn, dann nur wenig.
Eigentlich gar nicht, minimal vielleicht, kaum messbar.
Die Waage funktioniert sowieso nicht, die Batterien sind leer, schon lange.
Warum soll ich Batterien kaufen, wenn sich eh keiner wiegt?
Warum soll ich Batterien kaufen, wenn sich eh nichts ändert, wenn immer die gleichen Zahlen angezeigt werden?

Also jetzt mal Butter bei die Fische: Ich kaufe XL weil das Zeugs nach dreimal Waschen sowieso eingegangen ist. Dann hat es meine Konfektionsgröße – L.

Und ich habe nicht zugenommen. Punkt!
Alle um mich herum haben zugenommen, ich nicht. Aber das sagte ich ja bereits. Oder etwa nicht?

Also nochmal: I c h  h a b e  n i c h t  z u g e n o m m e n.

Lemme a fiver – Kannste mir ’nen Fünfer leihen

Lemmy Kilmister ist Tod. Er starb am 28.12.15 in Los Angeles.

Ein Interview aus dem Jahr 2008 mit dem Motörhead-Frontmann in der “Süddeutschen” mit dem Titel “Haltet euch fern von den Idioten” (zum Artikel).

Als ob das immer so einfach wäre, das mit den Idioten.

Das abrupte Ende der ARD

Rüge an den Sender: Auch der Abspann hat ein Recht auf Sendung.

Immer wieder fällt es mir auf, wie sehr doch die ARD das Ende beschneidet. So wie Freitagabend beim kleinen Lord auch wieder. Der Abspann war noch nicht zu Ende, plötzlich ein harter Schnitt. Abrupt, unsensibel, rücksichtslos und gnadenlos. Ich finde das nicht richtig. Es braucht einen kompletten Abspann um aus dem Film wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden und festzustellen, dass man immer noch im Sofa hängt und nicht im feudalen England . Es braucht einfach Zeit, Wallander’s Gemordete in den schwedischen Wäldern zu verdauen. Es braucht Zeit, über die Gender-Schmonzetten nachzudenken, die neuerdings am Freitagabend laufen. Man braucht diese Zeit um festzustellen, dass man sich die nächste Produktion dieser Art nicht mehr anschauen wird und stattdessen lieber was im Blog schreibt.

Vielleicht meinen die für den Abspann-Cut-Verantwortlichen der ARD, dieser brutale Cut wäre modern? Schließlich leben wir in einer schnelllebigen Zeit, wer braucht da schon einen Abspann? Vielleicht ist es eine gewisse Wurstigkeit, ein Desinteresse am Zuschauer? Oder die Verantwortlichen beim Sender glauben, der Zuschauer wäre eh längst eingeschlafen, was braucht es da einen Abspann? Diese Denke wäre natürlich nicht ganz falsch, denn das Filmangebot der ÖR besteht sowieso nur noch aus Wiederholungen, da kann man auf den Abspann eigentlich auch ganz verzichten. Und auf den Film gleich dazu.
Vielleicht trauen die beim Sender auch ihren eigenen Einschaltquoten nicht und glauben, dass eh keiner zuschaut und dass es deshalb egal ist, ob der Abspann beschnitten wird.

Früher war es üblich, die Wiederholung einer Eigenproduktion zu kennzeichnen: Wiederholung vom 9.9.1990. Heute muss man davon ausgehen, dass jeder Tatort bereits 7, 8, 9 oder 10 Mal gesendet wurde. Eine Kennzeichnung würde den Zuschauer nur verwirren. Früher wurde der nächste Sendebeitrag von einer meist netten Dame, deren erotische Ausstrahlung oft nicht zu verachten war, angesagt. Zum Beispiel so: Das war die Sendung “Das schwarze Loch”. Und jetzt sehen sie “Mainz wie es singt und lacht”. Hätte die nette Ansagerin anschließend nicht auch noch hemmungslos gekichert, wäre ihr Beschäftigungsverhältnis vom Sender wahrscheinlich nicht abrupt beendet worden.

Ich würde mir wünschen, dass zwischen den Sendebeiträgen ein Nummerngirl mit einem wahnsinns Arsch über den Bildschirm flimmert und mir erzählt, was Sache ist, wie es weitergeht, was läuft und was nicht. So wie Ingrid Steeger vormals bei Klimbim. Das war doch die Ingrid, oder? Und wenn das nicht geht, weil dann gleich die Frauenratsbeauftragte Mattfeldt-Kloth “Sexistisch” schreit, dann sollte man den Zuschauer abstimmen lassen, ob er einen Abspann will oder nicht. Das sollte doch kein Problem sein, oder? Ich fände das echt innovativ und wüsste endlich, dass mein Geld mein Sender gut aufgehoben ist. In einer Zeit wie dieser, in der alles möglich ist, muss auch ein Abspann in voller Länge möglich sein. Service ist alles. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen beim Sender das endlich begreifen. Finde ich.

Die Gedanken waren einst frei

Einst war es ein Zeichen von Intelligenz selbst zu denken. Heute ist es Mode geworden, sich denken zu lassen. Der Schritt zur Manipulation …

Ich weiß nicht wie oder was junge Menschen heute denken, ich weiß nicht, ob die Jugend von heute überhaupt etwas denkt. Es ist eigentlich schlechterdings unmöglich, bei dieser Informationsflut, die ständig über das Smartphone rollt, noch selber zu denken. Ich glaube, das ist Absicht. Nein, ist es nicht, es ist Dummheit. Es ist die Dummheit der Smartphone-Verwender, die sich lieber überrollen lassen, als selber zu denken. Da ich selber an dieser Art der Informationsverarbeitung nicht teilnehme, kann ich mir nur schwer vorstellen, wie das so ist, wenn man ständig überrollt wird von unnötigen, überflüssigen Informationspartikeln. Wenn man im Gebirge von einer Lawine überrollt wird, hat man zumindest eine geringe Chance am Ende der Lawine aus dem Schnee und Eis wieder aufzutauchen. Diese Chance lässt einem die unentwegt zu Tal donnernde Informationslawine nicht.

Die Bauchfrei-Mode hat schwer nachgelassen. Über Folgeschäden ist noch nichts bekannt und wenn es bekannt wäre würden wir es nicht erfahren. Wenn wir es dann doch erfahren – irgendwann – werden einige schon sehr alt sein. Und viele werden vergessen haben, was “Bauchfrei-Mode” einst war. Ich frage mich, wann der Knick beim Smartphone kommt, wann der Abwärtstrend einsetzt und das Interesse an nichtsnutzigen Informationen nachlässt. Dann wird dem einen oder anderen vielleicht bewusst werden, wie viel Zeit er in den Sand gesetzt hat, Zeit, die unwiederbringlich verloren ist, Zeit, die man genauso gut mit süßem Nichttun hätte verbringen können. Oder mit Sex.

 

Die letzte Beichte

Out of the Dark into the Blue. Wie ein Beichtgang mir den Glauben nahm.

Wenn ich morgens in die Arbeit fahre, weiß ich, dass ich am Abend wieder Zuhause sein werde. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, oder? Wobei ich mich damit nicht mehr so sehr auskenne – mit dem Amen. Eigentlich kannte ich mich damit noch nie aus. Aber man musste so tun als würde man sich auskennen. Bis man merkte, dass es sinnlos war. All die Jahre der Indoktrination – wenn ich das mal so hart sagen darf – haben nichts genutzt, waren verschwendete Zeit und die Erinnerung daran bald verblasst. Geblieben sind die zehn Gebote und ein diffuser naiver Gottglaube, der immer mal wieder im Hintergrund rumort, hüstelt und sich räuspert – ich nenne diesen Vorgang “Gewissen”. Ich finde das nicht schlecht, lebe gut damit und mache mir deswegen keine Gedanken.

Der Stadtpfarrer meiner Kindheit war ein blasser, fetter Mensch. Weder Fisch noch Fleisch, ein undefinierbares Wesen aus einer anderen Welt, in die er 1962 endgültig aufging. Alles an ihm war lila. Sein Wesen, die Adern in seinem Gesicht, die Knollennase, sein Gewand – alles. Ein Fleischberg in lila, so lila wie meine Schlaghosen in pubertären Zeiten.

Der Nachfolger war ein scharfer Hund, ein Glaubensmann von echtem Schrott und Korn, zwar auch lila, aber doch anders. Er war beseelt von einem missionarischen Eifer, der ihm aus allen Poren tropfte und einen Gestank verbreitete, der es mir unmöglich machte, ihm nahe zu treten. Er war der Grund, warum ich aus der Kirche ausgetreten bin.

Es war diese Beichte an jenem Samstagnachmittag in dem Beichtstuhl, in dem der Herr Stadtpfarrer saß, die dem Katholiken in mir das Genick brach. Noch heute höre ich es knacken. Es waren diese bohrenden Fragen auf mein nichtssagendes Beichtgeschwafel, es war dieses Zuviel an Rosenkranz und Vaterunser das mich rebellieren ließ und in mir die Erkenntnis reifen ließ, dass es den “Lieben Gott” – und den Herrn Stadtpfarrer schon dreimal nicht – einen Scheißdreck angeht, was ich in meinem Leben tue oder nicht. Er hatte die Zeichen der Zeit nicht erkannt und wusste nicht, dass seine Rosenkränze und Vaterunser gegen “Wild Thing” und “You Really Got Me” nicht anstinken konnten. Er hatte seine Chance, aber er hat sie nicht genutzt.

Ich habe meine letzte Beichte damals nicht gefeiert. Ich war jung und hatte kein Geld. Und wenn es notwendig war, ging ich auch weiterhin in die Kirche. Natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir ungebeichtet die Oblate, die immer am Gaumen klebte, in den Mund legen ließ. Ich musste mir selber eingestehen, es war nicht weit her mit meiner Rebellion. Ich wahrte die Fassade, wie so viele. Aber diese Fassade zeigte deutliche Risse und fing an zu bröckeln. Ein schleichender, fast schon sanfter Vorgang, der sich über Jahre hinzog. Eine Abrissbirne war nicht nötig.

 

Von und zu Bartenstein

Ein paar Impressionen aus Bartenstein in Hohenlohe.

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Chronisch historisch

Viel hat Bartenstein auf den ersten Blick nicht zu bieten. Auf den zweiten Blick eigentlich auch nicht. Es existiert im Ort keinerlei touristisch-gastronomische Infrastruktur. Das einzige Cafe hat schon vor Jahren dicht gemacht, Der “Adler”, gegenüber vom Schloss, macht zwar einen relativ gepflegten Eindruck, scheint aber auch geschlossen zu haben. Und der “Löwen” hat Mitte diesen Jahres dicht gemacht. Aus gesundheitlichen Gründen, wie man auf der Web-Seite des ehemaligen Gasthauses, das langsam vom Grün überwuchert wird, nachlesen kann.

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Herbstfeuer im Hofgarten

Auch die Übernachtungsmöglichkeiten sind dünn gesät, sehr dünn. Mit einem Wort: Es gibt keine. Selbst einen Postkartenständer sucht man vergeblich. Und wo sollte der auch stehen? Vor dem Edeka-Laden vielleicht? Oder vor dem Reit-Shop? Oder vor dem Elektroladen am Riedbacher Tor? Oder … Nein, das war’s schon, mehr Geschäfte findet man nicht in Bartenstein. Aber immerhin einen noch aktiven Bauernhof, direkt neben dem “Löwen”.

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Katzensteige

Bartenstein, das barocke Kleinod mit der dreiflügeligen Schloss-Anlage und der nach Süden ausgerichteten Häuserzeile entlang der Schloßstraße, das in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz steht, ist endgültig in einen Dornröschenschlaf gefallen. Dazu passt auch der Zustand des Hofgartens oberhalb der Schloßstraße – und von dieser durch eine hohe Stützmauer getrennt – der einen leicht verwilderten Eindruck macht. Was ich aber als eher positiv empfunden habe. Genauso wie für den Schloßvorplatz gilt auch hier: “Betreten verboten”. Allerdings stand das weit geöffnete, schmiedeeiserne  Tor an der Käppelesgasse in krassem Widerspruch zu diesem Verbot.

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Blick ins Tal

Wie bereits geschrieben, hat Bartenstein auf den ersten und zweiten Blick wenig zu bieten. Mit dem Auto durch Bartenstein zu fahren bringt wenig. Bartenstein muss man sich erlaufen, was ob der “Größe” des Ortes nicht allzu schwer fällt. Man sollte einfach irgendwo parken und spazieren gehen. Ich war an einem Samstagnachmittag dort und was mir sofort auffiel, war die wohltuende Stille, die mich umfing wie ein wärmender Mantel. Sehr poetisch formuliert. Der blumengeschmückte Brunnen am kleinen Marktplatz plätscherte leise, drei Einheimische, die sich auf der Straße unterhielten. Ab und zu ein durchfahrendes Auto. Ansonsten – wohltuende Stille.

Natürlich ist das, was ich hier schreibe, nur mein subjektiver Eindruck. Entstanden an einem strahlenden Samstagnachmittag im Oktober des Jahres 2015.

Auf Wikivoyage kann man sich einen Überblick über den Bartensteiner Mikrokosmos verschaffen. Und das “Hohenloher Tageblatt” berichtet über das Bartensteiner Brunnenfest, das im August 2015 zum 25. Mal gefeiert wurde. Und auch im Bartenstein.net findet sich dazu ein Brunnen-Artikel.

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Von und zu Hohenlohe-Bartenstein

Auch der Fürst Ferdinand zu Hohenlohe-Bartenstein, der sich immer noch standhaft weigert, sein Schloß der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, soll hier zu Wort kommen. Der Mann hat vernünftige Ansichten, z.B. zum Thema Windkraft, die man im schwäbischen “Tagblatt” nachlesen kann. Hier ein Zitat:

Der Fürst aus dem 300-Seelen-Weiler Bartenstein (Kreis Schwäbisch Hall) ist überzeugt, dass den Ausstieg aus der Atomenergie “schlecht informierte Gutmenschen und ideologiegesteuerte Umweltretter” eingeleitet haben.

Man mag ja von den Royals halten, was man will, aber wo er recht hat, hat er recht, der standhafte Herr Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein.

Und zum Schluss mein mich selber überraschendes Fazit: Bartenstein ist ein ganz wunderbarer Ort, ein barockes Kleinod und vielleicht einmalig in Deutschland. Die typische Hohenloher Nachlässigkeit, eine gewisse Unaufgeräumtheit, verleiht Bartenstein einen zusätzlichen Reiz. Und ich werde wiederkommen. Im August 2016 vielleicht, zum Brunnenfest. Oder auch einfach mal so. Aber bei aller Liebe, ein Wurstsalat und ein Bier … das sollte schon drin sein *smile*

Als ich das erste Mal in Bartenstein sein musste, da war ich 6 Jahre alt. Und ich erinnere mich noch an das Plumps-Klo im Hinterhof des väterlichen Elternhauses. Dieses “Erlebnis” hat mein Verhältnis zu Bartenstein über Jahrzehnte hinweg geprägt. Und ich war in der Folgezeit immer froh, wenn die spärlichen Besuche im Hohenloher Kleinod wieder vorbei waren. Aber jetzt, jetzt ist alles anders. Hoffentlich bleibt es so.

Ach ja, da war noch was. Der Vater meines Vaters, also mein Großvater väterlicherseits, der war Feldschütz beim damaligen Fürsten. Ein ehrenwerter Beruf will ich mal hoffen.

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Äh … ja

 

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Diamanten sind des Mannes bester Freund … oder so.
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Die Adler-Leuchte oder der Letzte macht das Licht aus
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Unerlaubter Einblick
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EIN Geheimrat muss sein

 

Noch 15 km bis Langenburg

Ich fahre ja gerne mal über Land. Nicht weil es mir langweilig ist, nein, weil es mir Spaß macht. Ich bilde mir ein, dass ich spontan entscheide wohin ich fahre. Seltsamerweise lande ich aber immer in der gleichen Gegend.

Es mag jetzt komisch klingen, aber wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Wochenende in Berlin  oder dem Weiler Diembot, ich würde mich für Diembot entscheiden. Diembot?  Noch nie gehört? Tja …

Diembot

Am Ortseingang von Diembot ist vor vielen, vielen Jahren ein riesiger Stahl-Tank gestrandet.  Was dieser Tank mal für eine Funktion hatte – keine Ahnung. Heizöl, Gas, Abwasser? Der Tank wird wahrscheinlich auch in 50 Jahren noch dort liegen. Warum auch nicht.

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Sonst gibt es über Diembot nicht viel zu berichten. Halt ein Weiler irgendwo in Hohenlohe. Direkt an der Jagst gelegen und nur wenige Kilometer von Kirchberg / Jagst entfernt. Ein paar Bauernhäuser, der Stahl-Tank, eine ziemlich hässliche Jagstbrücke und – man glaubt es kaum – tatsächlich ein Ferienhaus. Im Internet fand ich eine Beschreibung zu diesem Ferienhaus:

“Ferienhaus ca. 100 m² in sehr ruhiger herrlicher ländlicher Lage direkt an der Jagst, auch für kleinere Gruppen 6-8 Personen zu vermieten.
Nichtraucher. Langzeitmiete auf Anfrage. Küche/Bad/Dusche/ 2 WC in historischem alten Denkmalhaus mit viel Flair. Gerne auch für Menschen die eine Auszeit brauchen vom Alltäglichen.”

Ja, ich kann das bestätigen, es ist sehr ruhig in Diembot und Umgebung. Wer die Stille sucht, der ist hier richtig. Und darum bin auch ich hier richtig. An einem Samstagnachmittag im August zum Beispiel.

Ein Merkmal dieser Gegend mit all den kleinen Weilern und Dörfchen ist eine gewisse Nachlässigkeit. Laissez-faire ist ein aus dem Französischen entlehnter Begriff. Es heißt übersetzt “lasst machen” im Sinne von “einfach laufen lassen”. Schlampigkeit wäre zu hart, aber “läß effär” passt wie die Faust aufs Auge. oder wie der Deckel auf den Topf.

In der “Ortsmitte” von Diembot kann man sich entscheiden: Hält man sich links, landet man auf der ziemlich hässlichen Jagstbrücke und danach in den Jagst-Auen. Hier zelten hin und wieder Pfadfinder. Hält man sich rechts, gehts hoch nach Seibotenberg.

Kurz nach dem Ortsende von Diembot wird das Sträßlein schmäler und man taucht ein in einen Tunnel aus 53-Shades-of-Grün. Rechterhand eine Leitplanke und auf einen Kilometer Länge nur eine Ausweich-Bucht. Ein echtes Abenteuer. Aber ich hatte bisher immer Glück und keinen Gegenverkehr.

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Kurz vor Seibotenberg ist mir dieser Erntewagen “begegnet”.

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Blick über (einen Teil von) Seibotenberg. Im Hintergrund der Funkmast bei Langenburg.

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In Langenburg siedelte sich nach dem 2. Weltkrieg übrigens eine ungarische Flüchtlingsfamilie an. Der Vater war Metzger und der Sohn hieß Joschka Fischer. Und unterhalb von Langenburg, in Bächlingen, wuchs Rezzo Schlauch auf.  Soweit, so gut.

SB_OchseWas soll man über Seibotenberg schreiben? Das ist wirklich schwer. In Diembot gibt es wenigstens den alten Stahl-Tank, in Seibotenburg gibt es nur Stille.  Kann man Stille beschreiben? Jetzt bin ich kein Symphoniker und auch kein Klassiker, aber die Seibotenberger Stille hat was symphonisches. Soll ja Leute geben, die Stille nicht aushalten. Aber das ist nicht mein Problem.

Fährt man durch Seibotenberg hindurch und hält sich dann links, landet man übrigens in Liebesdorf. Aber keine Sorge, Liebesdorf ist nur ein weiteres Dorf in Hohenlohe. Keine Kommune, die sich in Liebespraktiken übt, kein Rainer Langhans, keine Uschi Obermaier, die hier ihren Altersruhesitz gefunden haben.

Und zum Schluss noch’n paar Bilder …

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Goldene Felder, goldenes Meer. Surfin’ Hohenlohe
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Abgeackert
Gold
Goldstaub

Faria, faria, ho

Eigentlich wollte ich nicht mehr bloggen. Weil mich die Sinnlosigkeit des Seins auch in der Gestalt meines Blogs eingeholt hat. Und warum sollte man bloggen, wenn man keinen Spaß daran hat? Sich mal ’ne Runde aufs Ohr legen ist da schon viel zielführender. Und man ist ausgeschlafen.

Aber andererseits … andererseits … ja was nun? Andererseits ist es aber auch schön.

Hä? Was ist denn das für eine banale Aussage? Schön ist vieles.

Frauen sind schön.

Also noch banaler gehts jetzt nicht mehr, oder was?

Aber lassen wir das jetzt. Ich wollte was übers Bloggen schreiben und warum und weshalb. Oder weshalb nicht. Oder doch. Verwirrend, alles sehr verwirrend. Ich verstehe das auch nicht.

In diesen Zeiten ist so vieles unverständlich. So dass man eigentlich gar keine Lust hat, sich mit all diesen Unverständlichkeiten auseinanderzusetzen. Sich mal eine Runde aufs Ohr legen ist da schon zielführender. Und wenn man dann immer noch weiß, was Sache ist – und das steht zu befürchten – am besten noch mal eine Runde absolvieren.

Und am Abend dann sich mit dem “Echo Klassik” zudröhnen. Obwohl man gar kein Klassiker ist und eigentlich den ZDF-Sonntags-Krimi erwartet hätte.  Aber die letzten Sonntags-Krimis waren auch eher so lala. Der Feminismus hat auch die Krimis gekapert. Aber das ist ein anderes Thema.

Herr Nowottny, das Wetter …

 

lüchten mit “f” wie flüchten

Beim Frühstück las ich von Kosten. Von Kosten für die Flüchtlinge in Baxern – sorry Bayern. Und dass der Freistaat den Kommunen wie kaum kein Anderer unter die Arme greift. Bis jetzt hat das angeblich 2,5 Milliarden gekostet. Dann las ich , dass die schönen Steuermehreinnahmen aufgefressen wurden. Von wem? Siehe oben.

Beim Friseur las ich den Stern und einen Artikel über Asylanten. Ich las von Gleichgültigkeit und dass Leute in der S-Bahn den Platz wechseln wenn sich ein Asylant neben sie setzt. Hier in der Provinz kann das nicht passieren. Hier gibt es keine S-Bahn.

Vorm Aldi lungerten dunkelhäutige Männer mit blauschwarzen Haaren und SmartPhone herum. Vielleicht warteten sie auf ihre Frauen. Ich habe immer ein ungutes Gefühl, wenn irgendwo Personen herumlungern. Egal welche Nationalität sie haben.

Sie ziehen durch die Strassen, die Einkaufstüten in der Hand. Keiner nimmt Notiz von ihnen. Sie sind in einem fremdem Land und keiner nimmt Notiz. Ein Mann im perfekten Profi-Outfit schiebt sein perfektes Rennrad gegen den Lauf der Flüchtlinge. Auch er nimmt keine Notiz.

Gibt es eigentlich ein stillschweigendes Abkommen, Flüchtlinge geflissentlich zu übersehen? Und warum fällt es mir auf?

In einem Dorf in der Nähe wurde ein aufgelassenes Gasthaus umgebaut. Es heißt, ein Geschäftsmann hätte sich das Gasthaus unter den Nagel gerissen. Unter anderem wurden die alten Fenster gegen neue Fenster ausgetauscht. Beim Austausch nahm die Fassade um die Fenster herum schaden. Es wurde notdürftig verputzt. Das ganze Gebäude sieht aus wie ein schlecht verputzter Rohbau.

Bei schönem Wetter sitzen sie draußen. Kinderwägen stehen herum, Roller und Fahrräder. Sie sitzen an einem Tisch in der prallen Sonne – und warten. Sie warten auf die Nacht. Dann werden die billigen Vorhänge zugezogen und die beleuchteten Fenster vermitteln ein Gefühl von Heimeligkeit.

Und bei DSDS performen die Kandidaten auf der Bühne und alles ist wie immer. Habe mir heute einen Mega-Pott Pfirsich-Maracuja-Joghurt beim Aldi gekauft. Und in wenigen Minuten geht es weiter.

Tara-News

Im Besonderen und im ganz Besonderen geht es bei diesem Nachrichten-Überblick um Stella Deetjen.

Stella Deetjen heute bei “Markus Lanz” im ZDF  [da lang]. Weitere Gäste sind Charly Ann Schmutzler (noch nie gehört) und Dr. Jürgen Todenhöfer.

Bei Future-Image könnte man ein Abbild (neudeutsch: Image) von Frau Deetjen kaufen [da lang]. Das überlege ich mir noch. Wäre mal interessant zu wissen was das kostet.

Die Taunus-Zeitung berichtet über das Erdbeben in Nepal, Kathmandu und -naturalmente – über Stella Deetjen, die zwar irgendwie in Kathmandu lebt, aber zum Zeitpunkt des Bebens in Deutschland weilte. Glück gehabt. Zum Artikel [hier klicken].

Und auch diese Web-Seite berichtet über Stella Deetjen und das Erdbeben und über Hilfslieferungen [da lang].

Schwer was los heute. Als Nischen-Blogger kommt da leicht in die Bredouille (schweres Wort, unbekanntes Wort, vom Aussterben bedroht).