Blockade A5

Während ich im Garten Unkraut jätete, Zweige zwickte und häckselte blockierten Arschivisten Aktivisten fast zwei Stunden lang die Autobahn 5 am deutsch-schweizerischen Grenzübergang bei Weil am Rhein. Mit dieser Aktion wollten die Aktivisten vermitteln, wie es ist wenn die Grenze dicht ist. Stichwort Flüchtlinge / Idomeni.

Ja, das ist doch schön, dass da irgendwelche Aktivisten (bei dem Wort kräuseln sich inzwischen meine Zehennägel) irgendwelche Aktionen starten und dem tumben Volke was vermitteln wollen. Schließlich wird es Zeit, dass sich was ändert in Europa. Und zwar so, wie diese tumben Aktivisten sich das vorstellen. Das ist nicht gut, nein, das ist gar nicht gut.

Und ja, als hätten die sich abgestimmt, beginnt Österreich mit verschärften Grenzkontrollen am Brenner. Auch Soldaten werden dort vor Ort sein.

Österreichs Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) sagte der „Welt“: „Da die EU-Außengrenzen derzeit noch nicht effektiv geschützt werden, wird Österreich in Kürze strikte Grenzkontrollen hochziehen. Das bedeutet massive Grenzkontrollen am Brenner, auch mit Soldaten.

Vielleicht sollten die Aktivisten mal am Brenner aktiv werden und dort blockieren. Das wär doch mal was. Verschärfte Grenzkontrollen und dann auch noch aktive Aktivisten. Und dann noch Stau. Und Urlaubsverkehr. Und Hitze. Und quengelnde Kinder im Auto. Ein explosives Gemisch. Ich bin sicher, dass das tumbe Volk vollstes Verständnis für die Aktivisten entfalten würde. Hoffentlich sind die gut zu Fuß.

Es grünt so grün, so Chrystal Grün

Nein, das hat jetzt gar nichts mit Volker Beck zu tun.

Zitat Cem Özdemir:

„Ich komme zwar aus einer muslimischen Familie, aber ich habe gelernt, dass es ein Teil des christlichen Menschenbildes ist, dass man Menschen nicht nur eine zweite, sondern auch eine dritte und vierte Chance geben muss.“

So so.  Wenn ich den Satz jetzt aufdrösel, dann heißt das im Rückschluss, dass der Volker Beck Glück hat, dass seine „Verfehlung“ nicht nach dem muslimischen / islamischen Menschenbild bewertet wird. Dann würde er nämlich keine zweite Chance bekommen. Richtig?

Kurz zuvor hatte Özdemir im Deutschlandfunk übrigens ein mögliches Ausscheiden aus dem Bundestag von Volker Beck nicht ausgeschlossen:

„Wenn sich das bestätigen sollte mit Crystal Meth, was da im Raum steht, dann wird auch diese Frage auf die Tagesordnung gehören.“

Habe ich das jetzt vielleicht falsch verstanden, oder widerspricht der gute Cem sich da nicht a bisser’l

Und bei dem folgenden Spruch der guten Grünen-Vorsitzenden Simone Peter, die ja neulich bei Maischberger Amok gelaufen sein soll, lupfte es mich vom Boden:

„Ein einzelnes Fehlverhalten sollte im Wahlkampf nicht ausgeschlachtet werden“

Hach ja, wie nett. Und dabei wären doch die Grünen die ersten, die selbst das geringste Fehlverhalten der Wahlkampf-Konkurrenten genüsslich ausweiden würden. Oder etwa nicht?

Neuerdings sind die Grünen ja schon dazu übergegangen, Bilder zu fälschen, um unliebsame Demonstranten ins RECHTE Licht zu rücken.

Es war halt schon immer was besonderes ein Grüner zu sein. Aber lange geht das nicht mehr gut. Das mit den Grünen.

Liberale Drogenpolitik weils mir grad passt

Der nun im Bundestag gestrandete Grünen-Politiker Volker Beck betont immer wieder, dass er (und nicht nur er, nein, die gesamte Grüne Partei) schon immer für eine Liberalisierung der Drogenpolitik eingetreten sei. Damit rechtfertig er vor sich selber und vor „Gott“ den Besitz von 0,6 Gramm einer betäubungsmittelähnlichen Substanz, die die Polizei bei einer Überprüfung seiner Person beim Verlassen einer Dealer-Wohnung gefunden hatte

Wie interessant.

Ich zum Beispiel bin schon seit längerem für die Liberalisierung des bedingungslosen Grundeinkommens. Ich trete ein für ein bedingungsloses, selbst zu bestimmendes Grundeinkommen in nahezu beliebiger Höhe. Aber obwohl das so ist und ich das natürlich mit Nachdruck und Charme vertrete, kann ich trotzdem nicht mit vorgehaltener Pischtole an den nächstbesten Bankschalter meiner Wahl gehen und fordern, was mir laut meiner eigenen Ideologie angeblich zusteht. Denn das wäre strafbar. Sowie auch der Beck’sche Drogenbesitz immer noch strafbar ist. Und das ist gut so.

So isses.

Ada ist auch nur eine Programmiersprache

Ich muss jetzt hier mal ein paar Fakten zu Ada Lovelace zusammentragen. Weil mich dieses feministische Getue um diese Dame nervt. Folgt man der feministischen Lesart, dann handelt es bei Ada Lovelace um die erste Programmiererin der Menschheit. Wenn man dann aber genauer hinschaut, dann ist das erste Programm der Menschheit in Wahrheit nur eine Tabelle mit ein bisschen Algebra. Es drängt sich mir der Eindruck auf, dass der neuzeitliche Feminismus ein Identifikationsproblem hat. Es werden dringend weibliche „Helden“ gesucht, an die man sich ankuscheln kann. Der Wohlfühlfaktor steigt dadurch ins unermessliche.

Ich will mal so sagen, ich kann z.B. Kochen. Man gebe mir ein Rezept und ich koche das dann. Aber nur weil ich Kochen kann, würde ich nie auf die Idee kommen zu behaupten, ich und meine Geschlechtsgenossen hätten das Kochen erfunden. Und obwohl es nicht wenige männliche Sterneköche gibt, bin und bleibe ich halt bestenfalls ein Feld Wald und Wiesen Koch.

Aber bei Ada Lovelace (ich muss immer aufpassen, dass ich da nicht automatisch an Linda denke) ist das anders. Plötzlich sind alle Feministen, und solche, die sich dafür halten, plötzlich sind die alle Ada. Schon irgendwie gaga dieses Verhalten. Ein neuer feministischer Mythos ist entstanden. Keiner will mehr die unscheinbare Wahrheit wissen.

Habe mich heute mit einem Informatik-Studenten unterhalten. Von 85 Studenten im Erstsemester waren gerade mal 2 Frauen, 2 von 85. Das sind nicht mal 2 Prozent.

Aber zurück zu Linda Ada Lovelace. Die Zahlenzauberin wird hier entzaubert und hier auf die Beine gestellt. Ganz witzig auch die Diskussionsseite zum Ada Lovelace-Artikel in der Wikipedia. Und jetzt fehlt mir noch eine feministische Lobhudelei. Wie wäre es damit.

Nachtrag: Seit 2015 gibt es auch in DE ein Ada Lovelace Festival. Das 2016er-Festival steht unter dem Motto „Sie sind wieder da, die Pionierinnen! Auf zu #ada16!“

Ein Satz auf der Webseite des Festivals stach mir besonders ins Auge, nämlich dieser da:

Nicht zu vergessen: Die Energie, die entsteht, wenn Hunderte Frauen zusammenkommen, für die IT nicht nur ein Beruf, sondern eine Leidenschaft ist!

Da denke ich mir mal meinen Teil und denke insgeheim doch an ein überdimensionales Kaffeekränzchen.

Wagenburg Kanal, Kiefholzstraße, Berlin Neukölln

Ich habe natürlich vollstes Verständnis für die circa 20 Bewohner der Wagenburg „Kanal“ an der Kiefholzstraße in Berlin Neukölln. 8000 qm sind nun mal wirklich nicht viel für 20 „queere“ Menschen. Da könnte man ja fast Platzangst bekommen. Und wenn man dann noch bedenkt, dass das alles nichts kostet, die „queeren“ Menschen dort nur geduldet sind, dann, ja dann weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll.

Franziska Giffey (SPD), Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, hat auch kein Verständnis. Sie meint, 3000 qm sollten für 20 „queere“ Menschen samt deren Bauwagen eigentlich auch reichen. Auf den restlichen 5000 qm sollen sogenannte MUFs (Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge) entstehen. Tz …

Der „Radikal Queerer Wagenplatz KANAL“ ist übrigens ein linkes Projekt, wird selbstverständlich von den Grünen unterstützt und wird sogar in der feministisch unterwanderten Wikipedia erwähnt.

Wie die Bewohner der Wagenburg „KANAL“ sich selber sehen:

Radikal Queerer Wagenplatz KANAL ist nicht nur unser Zuhause, sondern auch ein politischer Raum der akut von der Räumung bedroht ist. KANAL ist ein queerer Space mit mehrheitlich Geflüchteten, Migrant_innen, Schwarze Menschen, Rrom_nja und Menschen of Color, die versuchen zusammen ein selbst bestimmtes Leben zu führen, basierend auf dem kompromisslosen Kampf gegen jegliche Form von Gewalt und Machtausübung, so wie Rassismus, Klassismus, Sexismus, Inter* Trans* und Homo Diskriminierungen.

Sind es nicht gerade die Linken / Grünen, die sich nur allzu gerne am Eigentum anderer Leute vergreifen würden, wenn es um die Unterbringung von Flüchtlingen geht? Das sind doch die, oder? Und sind es nicht auch die Linken / Grünen / Alternativen, die trunken vor Freude auf den deutschen Bahnhöfen herumtanzen und Refugees Welcome singen? Das sind doch die, oder?

Ich hätte eigentlich erwartet, dass das Wagenburg-Völkchen in einen kollektiven Freudentaumel verfällt und „Refugess Welcome“-Transparente aufspannt, nachdem die erfahren haben, dass dort Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden sollen. Aber war wohl nix. Stattdessen blubbert hier ein allzu menschlicher Charakterzug an die Oberfläche, der sich Besitzstandswahrung nennt.

Und wie es der Teufel will, wurde jüngst von berufener Seite festgestellt, das viel zu viele Berliner in viel zu großen Wohnungen leben. Ist das nicht nett? Soviel Realsatire auf einem Haufen. Als hätte der Wind die letzten Blätter vom letzten Herbst in einer Garagenhof-Ecke zusammen geweht.

Don Alphonso beleuchtet das Berliner Raumproblem von einer ganz eigenen Seite.

Der Hintergrund von XL

Ich kaufe jetzt immer XL.
T-Shirts, Pullis … alles nur noch XL.
Nicht weil ich zugenommen habe, nein.
Nein ich habe nicht zugenommen.
Und wenn, dann nur wenig.
Eigentlich gar nicht, minimal vielleicht, kaum messbar.
Die Waage funktioniert sowieso nicht, die Batterien sind leer, schon lange.
Warum soll ich Batterien kaufen, wenn sich eh keiner wiegt?
Warum soll ich Batterien kaufen, wenn sich eh nichts ändert, wenn immer die gleichen Zahlen angezeigt werden?

Also jetzt mal Butter bei die Fische: Ich kaufe XL weil das Zeugs nach dreimal Waschen sowieso eingegangen ist. Dann hat es meine Konfektionsgröße – L.

Und ich habe nicht zugenommen. Punkt!
Alle um mich herum haben zugenommen, ich nicht. Aber das sagte ich ja bereits. Oder etwa nicht?

Also nochmal: I c h  h a b e  n i c h t  z u g e n o m m e n.

Lemme a fiver – Kannste mir ’nen Fünfer leihen

Lemmy Kilmister ist Tod. Er starb am 28.12.15 in Los Angeles.

Ein Interview aus dem Jahr 2008 mit dem Motörhead-Frontmann in der „Süddeutschen“ mit dem Titel „Haltet euch fern von den Idioten“ (zum Artikel).

Als ob das immer so einfach wäre, das mit den Idioten.

Das abrupte Ende der ARD

Rüge an den Sender: Auch der Abspann hat ein Recht auf Sendung.

Immer wieder fällt es mir auf, wie sehr doch die ARD das Ende beschneidet. So wie Freitagabend beim kleinen Lord auch wieder. Der Abspann war noch nicht zu Ende, plötzlich ein harter Schnitt. Abrupt, unsensibel, rücksichtslos und gnadenlos. Ich finde das nicht richtig. Es braucht einen kompletten Abspann um aus dem Film wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden und festzustellen, dass man immer noch im Sofa hängt und nicht im feudalen England . Es braucht einfach Zeit, Wallander’s Gemordete in den schwedischen Wäldern zu verdauen. Es braucht Zeit, über die Gender-Schmonzetten nachzudenken, die neuerdings am Freitagabend laufen. Man braucht diese Zeit um festzustellen, dass man sich die nächste Produktion dieser Art nicht mehr anschauen wird und stattdessen lieber was im Blog schreibt.

Vielleicht meinen die für den Abspann-Cut-Verantwortlichen der ARD, dieser brutale Cut wäre modern? Schließlich leben wir in einer schnelllebigen Zeit, wer braucht da schon einen Abspann? Vielleicht ist es eine gewisse Wurstigkeit, ein Desinteresse am Zuschauer? Oder die Verantwortlichen beim Sender glauben, der Zuschauer wäre eh längst eingeschlafen, was braucht es da einen Abspann? Diese Denke wäre natürlich nicht ganz falsch, denn das Filmangebot der ÖR besteht sowieso nur noch aus Wiederholungen, da kann man auf den Abspann eigentlich auch ganz verzichten. Und auf den Film gleich dazu.
Vielleicht trauen die beim Sender auch ihren eigenen Einschaltquoten nicht und glauben, dass eh keiner zuschaut und dass es deshalb egal ist, ob der Abspann beschnitten wird.

Früher war es üblich, die Wiederholung einer Eigenproduktion zu kennzeichnen: Wiederholung vom 9.9.1990. Heute muss man davon ausgehen, dass jeder Tatort bereits 7, 8, 9 oder 10 Mal gesendet wurde. Eine Kennzeichnung würde den Zuschauer nur verwirren. Früher wurde der nächste Sendebeitrag von einer meist netten Dame, deren erotische Ausstrahlung oft nicht zu verachten war, angesagt. Zum Beispiel so: Das war die Sendung „Das schwarze Loch“. Und jetzt sehen sie „Mainz wie es singt und lacht“. Hätte die nette Ansagerin anschließend nicht auch noch hemmungslos gekichert, wäre ihr Beschäftigungsverhältnis vom Sender wahrscheinlich nicht abrupt beendet worden.

Ich würde mir wünschen, dass zwischen den Sendebeiträgen ein Nummerngirl mit einem wahnsinns Arsch über den Bildschirm flimmert und mir erzählt, was Sache ist, wie es weitergeht, was läuft und was nicht. So wie Ingrid Steeger vormals bei Klimbim. Das war doch die Ingrid, oder? Und wenn das nicht geht, weil dann gleich die Frauenratsbeauftragte Mattfeldt-Kloth „Sexistisch“ schreit, dann sollte man den Zuschauer abstimmen lassen, ob er einen Abspann will oder nicht. Das sollte doch kein Problem sein, oder? Ich fände das echt innovativ und wüsste endlich, dass mein Geld mein Sender gut aufgehoben ist. In einer Zeit wie dieser, in der alles möglich ist, muss auch ein Abspann in voller Länge möglich sein. Service ist alles. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen beim Sender das endlich begreifen. Finde ich.